STRIDER STORIES / Developmental Health / July 29, 2019

Therapiefahrräder: Ein Interview mit Carly Messner, OTR/L

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Selbst an einem kalten, verschneiten Tag Ende Mai hat Carly Messner ein breites Lächeln auf den Lippen – besonders, wenn sie über ihren Beruf als pädiatrische Ergotherapeutin spricht. Sie arbeitet bereits seit zehn Jahren in dem Bereich, findet es aber noch immer schwierig, anderen zu beschreiben, was sie denn genau ihren Job tut. „Pädiatrische Ergotherapie ist ein unglaublich weitreichendes Thema“, sagt sie. „Kurz gesagt hilft Ergotherapie Menschen dabei, ihr volles Potential zu erreichen“.

„Ich lerne das Kind und seine Situation kennen, finde heraus, womit es Schwierigkeiten hat und helfe ihm dabei, seine Ziele zu erreichen.“

Vielleicht findet ein Kind es schwer, Freunde zu finden, kann im Klassenzimmer einfach nicht still sitzen und seine Aufgaben erledigen oder schafft es nicht so richtig, einen neuen Meilenstein zu erreichen. Carly berücksichtigt dabei alle Aspekte des Wohlbefindens. „Bei der Situation eines Kindes spielen viele Aspekte eine Rolle: körperliche Bewegung, psychische Verfassung, die allgemeine Gesundheit – sogar sozioökonomische Faktoren wirken sich auf die Situation des Kindes aus.“, erklärt Carly . „Ich lerne das Kind und seine Situation kennen, finde heraus, womit es Schwierigkeiten hat und helfe ihm dabei, seine Ziele zu erreichen.“

Während ihres Studiums entwickelte Carly ein Interesse an dem Gesundheitswesen und arbeitete als examinierte Krankenpflegerin in einem Pflegeheim. Bei der regelmäßigen Visiten des Physiotherapeuten achtete Carly darauf, wie er mit den Klienten umging. Sie konnte erkennen, dass er seinen Beruf liebt und dass sich die Klienten über seine Besuche sehr freuten. Diese Erfahrung inspirierte sie dazu, sich für einen Physiotherapie-Kurs anzumelden, allerdings realisierte Carly nach einer Weile, dass die Arbeit für ihre zahlreichen Interessen zu begrenzt war. „Ich mochte Aspekte von sowohl Pflege als auch Physiotherapie unglaublich gerne, aber ich hatte auch noch so viele andere Interessen, wie zum Beispiel Kunst und Musik“, sagt sie.

Heutzutage integriert Carly Räder von Strider und, für Säuglinge, das Strider Baby-Set in das umfangreiche Angebot an Spielzeugen und Aktivitäten, die sie in ihrer Arbeit verwendet. Viele ihrer Klienten nehmen an dem Programm „Birth to Three“ in South Dakota teil, das sich Kindern widmet, deren Entwicklungsmeilensteine sich verzögern – wie zum Beispiel eigenständig zu essen. Viele dieser grundlegenden Fähigkeiten hängen von der Rumpfstabilität des Kindes ab. „Das Strider Baby-Set ist wirklich toll dafür, weil die Kinder bereits in einem Alter von sechs Monaten damit loslegen können, ganz egal wie weit entwickelt sie schon sind; zudem können sie sich mit einem Gerät vertraut machen, das sie während des Wachstums weiterhin begleiten wird“, sagt Carly.

Sessions mit Säuglingen dauern üblicherweise 45 Minuten. Carly baut das Strider Baby-Set auf und benutzt die stabile Basis, um mit dem Kind die Gewichtsverlagerung und Rumpfkontrolle zu üben, damit es auf das Rad kommt. Die Eltern werden miteinbezogen, indem sie sich vor dem Kind hinsetzen, die Basis sanft schaukeln und dabei Augenkontakt herstellen. Wenn das Schaukeln aufhört, gibt das Baby normalerweise das Zeichen, dass es mehr möchte und Carly liebt es, das Kichern und die Verbundenheit zwischen den beiden zu sehen. „Es ist eine unterhaltsame, einfache und leicht umsetzbare Aktivität für Eltern und ihr Baby“, sagt Carly – und gleichzeitig arbeiten sie auf ihr Entwicklungsziel hinzu.

Einer der größten Vorteile eines Strider Laufrads als Hilfsmittel für Entwicklungsmeilensteine ist, verglichen mit anderen Spielzeugen und Aktivitäten, die Motivation für Familien, draußen zusammen Zeit zu verbringen.

In dem letzten Jahrzehnt ist die Rumpfstabilität bei Kindern zurückgegangen. Säuglinge verbringen immer mehr Zeit in Autokindersitzen und Babyhopsern. Kleinkinder verbringen mehr Zeit vor Bildschirmen. Kinder verbringen weniger Zeit damit, draußen zu spielen. Da Rumpfstabilität ein grundlegender Baustein für fortgeschrittene Fähigkeiten ist, ist der Effekt dieses Rückgangs in Schulen deutlich sichtbar und zeigt sich durch Schwierigkeiten bei dem Schreiben mit der Hand, zappeliges Verhalten während des Unterrichts und schlechte Koordination. Üblicherweise werden diese Probleme nicht mit mangelhafter Rumpfstabilität verbunden, daher ist die Behandlung oft wirkungslos. Der Schlüssel zum Erfolg sind frühzeitige Maßnahmen. Das Strider Baby-Set hilft Carly dabei, indem es Säuglinge in die ideale Position verhilft, um Stärke aufzubauen. Sobald sie auf dem Rad sitzen, müssen sie ihre Rumpfstärke verwenden, um vor- und zurück zu schaukeln. Ihre Hüften, Knie und Knöchel befinden sich in einer gebeugten Position, wodurch die Stärke der Stabilisationsmuskulatur aufgebaut wird. Diese Stärke unterstützt Säuglinge beim Sitzen und trägt später dazu bei, dass sie während der Grundschule länger aufrecht sitzen und tägliche Aktivitäten besser meistern können.

Kinder schon im jungen Alter mit dem Strider Baby-Set vertraut zu machen hat Carly dabei geholfen, ihnen den Umstieg zu einem 12 Zoll Strider Rat zu ermöglichen, um weiterhin an ihrem Gleichgewichtssinn, der Koordination und der Rumpfstabilität zu arbeiten, während sie weiterwachsen. Einer der größten Vorteile eines Strider Laufrads als Hilfsmittel für Entwicklungsmeilensteine ist, verglichen mit anderen Spielzeugen und Aktivitäten, die Motivation für Familien, draußen zusammen Zeit zu verbringen. Wenn Carly mit einem Strider Rad erscheint, freuen sich Kinder auf das Spielen im Freien und meist lockt es auch die Familienmitglieder nach draußen, die neugierig beobachten, was das Kind tut und schafft. Für Carly ist der Familienzusammenhalt unerlässlich, damit das Kind erfolgreich seine Ziele erreicht. Sie liebt, dass die Strider Räder dies schon auf natürliche Weise tun und sie die Familie gar nicht dazu bewegen muss. „Der Zustand des Gartens oder der Einfahrt ist eigentlich egal. Kinder können in kleinen Räumlichkeiten fahren. Da kann selbst eine Terrasse herhalten oder sogar die Wohnung. Die Kinder haben dabei so viel Spaß und ihre Betreuungspersonen strahlen nur vor Stolz“, erklärt Carly.

Sie erinnert sich an einen besonders schönen Tag, an dem sie sich dazu entschied, das Strider Rad für ein Kind mitzubringen, mit dem sie zusammenarbeitete. Sie fuhr auf den Parkplatz der Wohnanlage, wo der Junge lebte, und nahm das Strider aus dem Kofferraum. Und das löste sofortige Begeisterung aus! Mehrere der Familienmitglieder des Kindes lebten in dieser Wohnanlage, also sprang der Kleine auf das Strider Rad und besuchte jedes Mitglied, eins nach dem anderen. Zufällig stand die Familie gerade zusammen auf dem Balkon, um zuzuschauen und zu winken. Momente wie dieser sind einzigartig und wichtig. In Carlys Worten, „es war so cool!“

Strider Räder waren zudem bei Carlys Arbeit in ambulanten Kinderkliniken hilfreich. Viele ihrer Kunden mit Autismus oder sensorischen Beeinträchtigungen fanden es schwierig, mit Umstellungen umzugehen. Carly gab ihnen viele verbale Signale und Warnungen, wenn Sessions zum Ende kamen, in der Hoffnung, dass dies bei der Veränderung helfen würde. Meistens funktionierte dies allerdings nicht. Ihre Klienten brachen zusammen und es fiel Carly schwer, sie aus ihrem Büro heraus und zurück in das Auto zu bekommen, damit sie wieder nach Hause fahren konnten.

Carly traf die Entscheidung, ein Strider Rad mitzubringen und es neben der Tür stehen zu lassen. Anstelle von allgemeinen Aussagen wie „es ist fast Zeit, nach Hause zu gehen“, fing sie an zu sagen „es ist fast Zeit, auf dem Rad zu fahren“. Die Kinder fingen dann an, sich auf das Rad und die Fahrt aus dem Büro heraus zu freuen. „Das hat einen riesigen Unterschied gemacht“, sagt Carly.

Momente wie dieser sind einzigartig und wichtig. In Carlys Worten, „es war so cool!“

BY Emily Brown
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